Mittwoch, 12.08.2020 22:12 Uhr

Genussreise entlang der Mosel von Herbert Huber

Verantwortlicher Autor: Herbert Huber Stansstad, 24.05.2020, 15:40 Uhr
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Harte Arbeit in den steilen Weinbergen
Harte Arbeit in den steilen Weinbergen  Bild: Herbert Huber Stansstad

Stansstad [ENA] Genussreise entlang der Mosel von Herbert Huber Sie kennen die Mosel nicht? Die malerische Landschaft entlang ihrer Ufer, die schmucken Dörfchen und die historischen Städte Bernkastel-Kues und Trier, die beeindruckenden Schifffahrten mit waghalsigen Schleusenpassagen.

Nicht zuletzt, die Weinvielfalt einer Traubensorte namens Riesling? Wir haben das Bijou Mosel entdeckt, wo Harmonie und Lebensfreude beheimatet sind. Die Mosel ist der grösste Nebenfluss des Rheins. Französisch heisst sie Moselle und luxemburgisch Musel. Sie fliesst durch Frankreich, Luxemburg und die Bundesländer Saarland und Rheinland- Pfalz. Der Fluss wurde von den Moselanliegerstaaten ab 1958 kanalisiert und damit zur Grossschifffahrtsstrasse ausgebaut.

Sie ist nach dem Rhein die zweitwichtigste Schifffahrtsstrasse Deutschlands und zählt zu den meistbefahrenen Wasserstrassen Europas. Touristen finden nebst dem Flussweg eine reiche Palette an sportlichen oder weinseligen Ausflügen, etwa auf der Moselweinstrasse oder den Moselradwegen, welche von Metz in Frankreich bis nach Koblenz am Rhein auf 311 Kilometern befahrbar sind. Eine Reihe imposanter Burgen und Ruinen zieren die Höhen über dem Moseltal. So lohnt sich auch eine gemütliche Besichtigungstour per Schiff. Wer wandern möchte, begeht den Moselhöhen - Wanderweg von Edinger-Eller aus, über den Klettersteig Calmont nach Bremm durch den steilsten Weinberg Europas.

Weinberge an der Mosel
Teerdisch - kochbar.de
Impression fotografiert von WilliSpeicher

Unzertrennliche Liebe zum Wein

Der eigentliche Grund unserer Moselreise galt dem Besuch einer traditionellen Winzerfamilie. Die Reise führte nach Mehring, einem typischen malerischen Dörfchen zwischen Bernkastel-Kues und Trier. Dieses Gebiet ist besonders geprägt von den Weinbergen mit unendlicher Weitsicht, von seinen steilen Schieferhängen, wo vor allem Riesling angebaut wird. Lange galt in der Schweiz der Mosel-Riesling als Massenproduktionswein mit dem Prädikat honigsüss oder sauer. Doch seit die Dachmarke Mosel nach dem Vorbild der Dachmarke Eifel gegründet wurde, gehören die Moselweine zu den besten Europas. Eine unzertrennliche Liebe zu den Reben und den Weinen pflegt seit Generationen eine Familie.

Impression fotografiert von WilliSpeicher
Gutsweinschenke-muellers.de
Prallvolle Riesling Traube

Classisches Weingut Hoffranzen, Weingut, Gästehaus

Die Familie Hoffranzen pflegt das «classische» Weingut seit 1601 und hat sich der unzertrennlichen Liebe zum Wein verschrieben. Spürbar ist die Balance vonTradition und Innovation, hörbar fast das Herzblut, das bei Vater Hans pulsiert. Seine Augen leuchten, wenn er mit seinen Reben spricht bei der täglichen strengen Arbeit in den Rebbergen. Lohn der Arbeit ist dann, wenn er mit den Gästen genüsslich seine herrlichen Provenienzen verkostet.

Derweil Mutter Gertrud fast rund um die Uhr für das Wohl der Gäste im hauseigenen, idyllischen Gästehaus besorgt ist für die Kulinarik (mit dem landestypischen Frühstück) oder für die Weinverkostungen am Abend. Tochter Carolin, Mehringer Weinkönigin 2006/07, lebt die Tradition der Familie mit Begeisterung weiter, ehrt das Werk der Eltern und überzeugt mit neuen Ideen für die Vermarktung von Hoffranzen-Weinen.

Handarbeit gefragt
Impression vom Weingebiet an der Mosel
Zum Trinken parat

Die Moselweine

Riesling, der Inbegriff der Moselweine, gedeiht an den steilen Uferhängen. Denn hier finden die Reben ideale Lebensbedingungen und ein ausgeglichenes Mikroklima. So ist das Moseltal Bestandteil des rheinischen Schiefergebirges, was besonders vorteilhaft für die Qualität der Weine ist. Durch die Wasser speichernde Kraft des Tonminerals, die Wärme speichernde Energie der Quarzreste im Schiefer und nicht zuletzt durch die Verwitterung des Schiefers werden viele Mineralstoffe frei, welche die Rebe für ihr Wachstum benötigt.

Oft sind die Wurzeln bei den alten Reben bis 15 Meter lang. Und wer nun glaubt, es gäbe nur einen einzigen Wein (es ist ja immer die Traubensorte Riesling), irrt gewaltig. Bei Hoffranzen verkosteten wir Guts-Riesling zu Fisch, Schalentieren, Kalb, Geflügel, Spargel und Frischkäse. Oder den Layterrassen (Lay = Schiefer) zu einem Zander aus der Mosel, zu Pasta oder einfach bei unserer gemütlichen Plauderrunde. Klassiker von trocken bis süss, von feinherb bis fruchtig, von Auslese bis hin zum Eiswein – eine beeindruckende Palette. Nicht zu vergessen der «feinperlige» Winzersekt „Cuvée Carolin“. Und nach einem deftigen, für die Gegend typischen Mahl einen hauseigenen Edelbrand als «Verdauerli».

Steil und steinig
Impression vom Weingebiet an der Mosel
Impression vom Weingebiet an der Mosel

Wiedergeburt der Moselküche

Gertrud Hoffranzen erklärt: «Eigentlich ist die ursprüngliche Moselküche sehr anspruchslos. Die Menschen waren genügsam und arbeiteten hart. Da die Moselaner lange unter der Herrschaft der Klöster standen und hohe Abgaben bezahlen mussten, waren die Menschen arm und die Küche dementsprechend.» Heute erlebt die Moselküche eine Art Wiedergeburt, ist aber keineswegs eine Schickimicki-Küche. Also lässt man sich am besten von den Einheimischen Geheimtipps geben.

Fragt man die unter 40-Jährigen nach einem typischen Gericht der Region, erwidern die meisten: «Flieten»! Das sind würzig marinierte frische Hähnchenflügel. Trotz ihrer mundartlichen Bezeichnung sind diese so «trierisch» wie das Wiener Schnitzel. Wirklich traditionelles Essen findet man noch in alteingesessenen Gasthäusern, Rezepte meist nur in alten und in Sütterlin verfassten Kladden (Kochbuch) der Grosseltern. Gertrud Hoffranzen selbst bekochte uns mit einem samtigen Riesling-Süppchen, darin Zanderfilet mit Panade.

Anschliessend mit einem im Riesling geschmorten Rindsfilet mit moselländischen Schales (fein geschnittener Kartoffel-Speck-Lauch-Gratin) und frischen Pfifferlingen. Zum Nachtisch eine Rieslingcreme mit gezuckerten Trauben. Wenn das kein (Schlemmer) Paradies ist! Auf denn an die Mosel, wo sich Harmonie und Lebensfreude ein wohltuendes Stelldichein geben. www.herberthuber.ch www.weingut-hoffranzen.com www.annarybinski.ch www.noemiefelber.ch www.gabrielabucher.ch www.leonardwuest.ch http://paul-lascaux.ch/ www.innerschweizonline.ch www.bochumer-zeitung.com

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